Vorträge und ReferentInnen - Einführung 23.02.2018

Flyer (anklicken)

„Die Relevanz der Digitalisierung aus der Sicht der Montessori-Pädagogik“ (Rainer Völkel)

Digitalisierung und Montessori Pädagogik – Aufwachsen in einer Welt zwischen 0 und 1. Das Verhältnis zwischen Digitalisierung und Montessori Pädagogik ist bisher völlig ungeklärt. Es schwankt zwischen bedingungsloser Begeisterung und absoluter Ablehnung und Tabuisierung. Dabei ist unzweifelhaft, dass Denken, Handeln, Lernen und Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen längst digitaler Prägung ausgesetzt sind. Es wird höchste Zeit, das Verhältnis zwischen beiden diskursfähig zu gestalten.

„Innovationsimpulse für die Montessori-Pädagogik durch digitale Medien?“ (Karsten D. Wolf)

Ausgehend von einer Analyse didaktischer Innovationsimpulse durch digitale Medien sollen diese systematisch mit den Prinzipien der Montessori-Pädagogik sowie den Gestaltungspraxen des Montessori-Materials in Beziehung gebracht werden. Welche Gestaltungsziele können durch digitale Medien umgesetzt werden? Und ergeben sich dadurch Gestaltungsmöglichkeiten, welche bisher am nicht-digitalen Material scheitern? Was also verliert und was gewinnt man durch die Digitalisierung des Materials bzw. durch digitale, nicht-stoffliche (Bildungs)ressourcen? 

„Leben und Lernen im digitalen Zeitalter – Jugendliche zwischen radikaler Individualisierung und weltweiter Vernetzung“ (Jöran Muuß-Merholz)

Jugendliche (und ihre Eltern und andere Pädagogen) stecken ständig in digitalen Medien drin, und die digitalen Medien weben sich in alle gesellschaftliche Bereiche ein. Im Bildungsbereich wird derzeit das Schlagwort Digitalisierung häufig nur im Sinne von Werkzeugen diskutiert, mit denen das Lernen (bzw. eigentlich das Lehren) effizienter gestaltet werden kann. Doch der digitale Wandel stellt uns auch und gerade im Bereich Erziehung und Miteinander vor neue Aufgaben. Gesellschaftlich und pädagogisch stehen wir vor der Aufgabe, diesen Wandel zu verstehen und rechtzeitig zu gestalten.

Vertiefung 24.02.2018

Montessori-spezifische Sicht auf die Digitalisierung (NN)

Thema und Text folgen.

„Kommerzialisierung der Digitalisierung an Schulen“ (René Scheppler)

Das Schulsystem sind wahrscheinlich einer der letzten „Märkte", die seitens der Digitalindustrie noch nicht erschlossen wurden. Zugleich bieten einige Angebote der Digitalisierung erkennbare Chancen für den Unterricht und auch die Pädagogik. In diesem Spannungsfeld von Absatzmarkt bis digitaler Pädagogik/Didaktik muss und wird sich die Suche nach Wegen für eine weiterhin vom Kind aus denkende Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern in diesem Vortrag bewegen. Ausgehend vom Primat der Pädagogik soll ausgelotet werden, welche Rolle den Lehrkräften, der Politik und auch den Konzernen zukommen kann, um eine Ökonomisierung der Bildung als (Neben?-)wirkung der Digitalisierung entgegen zu wirken.

„Medienmündig werden! - Chancen und Risiken der Digitalisierung einbeziehen“ (Paula Bleckmann)

Forscher aus verschiedenen Disziplinen schlagen Alarm: Digital-Risiken wie die suchtartige Nutzung von Computerspielen/Social Networks/Smartphones, Störungen der Eltern-Kind-Interaktion, Empathieverlust, Korruption des Belohnungssystems, Schlaf- und Konzentrationsstörungen nehmen zu. Neben den Chancen und Potenzialen der Digitalisierung müssen auch diese Risiken in die Konzeption von digitalen Bildungsangeboten einbezogen werden. 

Wie werden Kinder medienmündig statt mediensüchtig? Dabei ist eine Erziehungspartnerschaft zwischen Pädagogen und Eltern von besonderer Bedeutung. Die Montessori-Pädagogik ist besonders gut aufgestellt, um Kinder auf dem Weg zur Medienmündigkeit zu begleiten, weil sie sich grundsätzlich stark an den Entwicklungsbedürfnissen von Kindern im Hinblick auf langfristiges Wohlergehen und Persönlichkeitsentwicklung orientiert. Damit erscheint sie weniger anfällig für überzogene digitale Heilsversprechen, die von den Vermarktungsinteressen von Großkonzernen getrieben sind. Fern von wenig hilfreichen Polarisierungen kann es dann um die sachliche Klärung der Frage gehen: In welcher Entwicklungsphase macht der Einsatz welcher Medien für welche pädagogischen Ziele Sinn?

ReferentInnen (alphabetisch)

Prof. Dr. Paula Bleckmann

Seit 2015 Professorin für Medienpädagogik an der Alanus Hochschule Alfter. In ihrer Habilitation in Gesundheitspädagogik an der PH Freiburg beschäftigte sie sich mit der Prävention und Bewältigung suchtartiger Computerspielnutzung. Ihre Dissertation an der Universität Bremen verfasste sie zum Thema der zielgruppenspezifischen medienpädagogischen Elternberatung. Zuvor arbeitete sie als Lehrerin an einer inklusiven Schule. Sie ist Diplom-Biologin und Mutter von drei Kindern.

Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis

Präsident, Didacta Verband e.V., Professor (emer.) für Entwicklungspsychologie und Anthropologie, Fakultät für Bildungswissenschaften, Freie Universität Bozen
(www.fthenakis.de)

Jöran Muuß-Merholz

Jöran Muuß-Merholz ist Diplom-Pädagoge und betreibt mit einem kleinen Team die Agentur „J&K – Jöran und Konsorten“. Er arbeitet an den Schnittstellen zwischen Bildung & Lernen und Medien & Kommunikation. Insbesondere berät er Bildungseinrichtungen hinsichtlich der Frage, wie sie digitale Medien sinnvoll in ihrer Arbeit einsetzen können. Neben den beratenden und konzeptionellen Arbeiten der Agentur schreibt Jöran Muuß-Merholz für Fach- und Massenmedien, print und online. Jöran Muuß-Merholz hält Vorträge und gibt Workshops v.a. im deutschsprachigen Raum, aber zum Beispiel auch in Boston, Brno, Stockholm und Tokio. Weitere Texte, Termine und Projekte von Jöran Muuß-Merholz finden sich unter www.joeran.de

René Scheppler

Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Konstanz; mehrere, mehrmonatige Schulpraktika an Schulen im In- und Ausland; 9 Jahre Berufserfahrung an der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden; ehrenamtliches Engagement in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft; Autor der Onlineblogs www.lernwolke.de und www.bildungsradar.de sowie verschiedenster Fachartikel zum Thema.

Rainer Völkel

Diplom- und Sozialpädagoge, Studium von Soziologie, Politik und Pädagogik; Ehem. Leiter des Amtes für Soziale Arbeit in Wiesbaden; Vorsitzender der Deutschen Montessori Gesellschaft, Organisation von Montessori Ausbildungskursen und Tätigkeit als Theoriedozent; Gründungsmitglied von Montessori Kinderhäusern und Montessori Schulen.

Karsten D. Wolf, Dr. Phil.

Ausbildung zum Industriekaufmann; Studium der Betriebswirtschaftslehre und Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Gießen; Promotion zum Dr. phil. 2001 an der Universität Gießen; seit 2005 Professor für Medienpädagogik und didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen an der Universität Bremen; Leiter des Forschungslabs „Medienbildung | Bildungsmedien“ am Zentrum für Medien, Kommunikation und Information (ZeMKI); Vorstandsprecher des Zentrums für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Universität Bremen; Interessen- und Arbeitsschwerpunkte: Erklärvideos, E-Assessment und -Diagnostik, Mediatisierung der Bildung, digitale Bildungsressourcen, Lern- und Lehrsoftwaregestaltung.

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