Zur Geschichte der Entwicklung der Sekundarstufenkonferenz

Die Montessori-Arbeit in Deutschland war und ist vielfältig, weit verzweigt und wächst beständig. Daher wurde ab Mitte der 90er Jahre es mehr und mehr ein Anliegen der Aktionsgemeinschaft Deutscher Montessori Vereine e.V. (ADMV), jetzt Montessori Dachverband Deutschland e.V., den Versuch zu starten, diese vielfältigen Aktivitäten zu bündeln, zu vernetzen und zu optimieren zwecks Effektivierung der Arbeit.

Das erste Treffen von überregionalen Montessori-Vereinen fand am 28.10.1995 in Bonn-Röttgen statt und nannte sich ‘Konferenz zur Montessori-Arbeit in Deutschland’ (die sog. Montessori-Jahreskonferenz) und wurde von Vorstandsmitgliedern der ADMV, der Deutschen Montessori Gesellschaft e.V. (DMG) und Montessori Vereinigung e.V. - Sitz Aachen (MV) und des Bayrischen Landesverbandes besucht.

Gegenstand dieses Treffens war der Austausch über und die Koordination der Montessori-Arbeit in Deutschland, vor allem die Qualität der Diplomkurse und deren gegenseitige Anerkennung. Die Erarbeitung und Festlegung von Standards für Diplomkurse und das Sekundarstufenzertifikat wurden beschlossen. Die Standards des Krefelder Kurses sollten die Grundlage für die Erarbeitung der Sekundarstufenstandards sein. Herr Ortling, der Schulleiter der Maria Montessori Gesamtschule in Krefeld, stellte das Krefelder Papier zur Verfügung. Es wurden Standardkommissionen gebildet.

Die Standardkommission Sekundarstufe tagte am 01.03.1997 in der Montessori-Grundschule Bonn unter Leitung von Frau Dr. Meisterjahn-Knebel. Desweiteren nahmen die Herren Geraedts, Reismann, Steenberg, Dr. Klein-Landeck, Dr. Studemund und Weidlich teil. In dieser Sitzung wurden auf der Basis des Krefelder Kurses Standards für ein Sekundarstufenzertifikat erarbeitet und beschlossen.

Auf der zweiten Montessori-Jahreskonferenz 1997 wird das Standardpapier Sekundarstufe verabschiedet und eine vereinsübergreifende bundesweit arbeitende Sekundarstufenkonferenz angeregt, um die in der Vergangenheit beobachtete Entwicklung von Montessori - Diplomkursen der unterschiedlichsten Art im Bereich der Sekundarstufe zu vermeiden und einen Standard zu sichern, der bundesweit gilt, losgelöst von der Zugehörigkeit zu einzelnen Montessori-Vereinen.

Die dritte Montessori-Jahreskonferenz vom 07.11.1998 bestätigte diese Vorgehensweise erneut. Darüber hinaus wird - um den bundesweiten Ansatz zu sichern - beschlossen: „Die Genehmigung der Zertifikatskurse, die bundesweit und vereinsübergreifend angeboten werden, liegt aus diesem Grund bei der ADMV. Es gibt einheitliche Zertifikate, die bei der ADMV angefordert werden müssen. Diese enthalten zwei Unterschriften: ADMV und Kursleitung. Die Rückseite dieser Zertifikate weist das Beiblatt zum Zertifikatskurs aus, das genaue Auskunft über den Umfang des Kurses gibt.“ (Protokoll der Jahreskonferenz vom 07.11.1998, TOP 3).

In dieser Jahreskonferenz vom 07.11.1998 wurde zudem angeregt, analog zu den jeweiligen Dozentenkonferenzen eine Sekundarstufenkonferenz zu gründen. Die ADMV sollte wie gehabt koordinieren, die Kollegen, die eingeladen werden sollten, wurden von den Teilnehmern der Jahreskonferenz benannt.

Die erste bundesweite und vereinsübergreifende Sekundarstufenkonferenz tagte am 26.06.1999 in der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt. Das in Bonn entwickelte Standardpapier erfuhr eine Erweiterung durch ausgewiesene Mindeststandards.

Die Jahreskonferenz Montessori-Pädagogik vom 13.11.1999 bestätigte die Zuständigkeit der ADMV für die Genehmigung der Sekundarstufenkurse. Die Sekundarstufenkonferenz sollte weiter institutionalisiert werden und sich u.a. eine Geschäftsordnung geben.

Die zweite Sekundarstufenkonferenz tagte am 03.06.2000, wiederum in der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt, es waren zwanzig Kollegen eingeladen. Es folgten bis zum heutigen Tag vier weitere Konferenzen: 2001 erneut in der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt, 2002 in Köln in der Montessori-Hauptschule Ferdinandstraße, 2003 bei der Firma Nienhuis in Zelhem und 2004 in der Montessori-Hauptschule in Köln.

Im Jahr 2003 wurden schließlich bedeutende Strukturveränderungen beschlossen, die zukunftsweisend waren: Die Neustrukturierung der Montessori-Arbeit in Deutschland, die seit Januar 2003 unter der Koordination durch Montessori Deutschland e.V. stattfand und sich den Namen ‘Gemeinschaftswerk Montessori’ gegeben hat, hatte dazu geführt, dass die Mitglieder der Sekundarstufenkonferenz im Jahre 2003 beschlossen haben, dass die Sekundarstufenkonferenz in die Trägerschaft der beiden großen Ausbildungsvereine, Deutsche Montessori Gesellschaft e.V. (DMG) und Montessori Vereinigung Sitz Aachen e.V. (MV) gegeben und als deren gemeinsame Aufgabe verstanden wird.

Gudula Meisterjahn-Knebel

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