Organisation und Verbreitung der Montessori-Pädagogik in Deutschland
Die Montessori-Pädagogik wird in Deutschland, wie in anderen Ländern auch, auf zweierlei Weise in die Praxis umgesetzt:
- durch die dedizierte Ausbildung von PädagogInnen und
- in pädagogischen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche.
Die Verbandsorganisation in Deutschland spiegelt diese Zweiteilung wieder.
Montessori-PädagogInnen absolvieren einen zusätzlichen, i.d.R. berufsbegleitenden zweijährigen Ausbildungsgang zum Montessori-Diplom für die Elementar- und Primarstufe. Jährlich absolvieren ca. 500 TeilnehmerInnen die Diplom-Kurse. Zusätzlich werden Montessori-Zertifikatskurse für die Sekundarstufe angeboten.
Diese Montessori-Kurse unterliegen Standards, die von den drei bundesweit tätigen Montessori-Ausbildungsorganisationen Deutsche Montessori Gesellschaft e.V. (DMG), Deutsche Montessori-Vereinigung e.V. (DMV) und Heilpädagogische Vereinigung e.V. (HPV) in einer Standard-Kommission aufgestellt, überwacht und fortgeschrieben werden.
Nur diese Organisationen sind befugt, die eigentliche Durchführung der Kurse, die durch unabhängige Träger erfolgt, zu autorisieren; sie überwachen dann in der Folge die Kursdurchführung und nehmen Prüfungen ab. Zusätzlich geben Sie u.a. Fachzeitschriften heraus, veranstalten Fachtagungen und vermitteln Berater für pädagogische Aspekte bei Aufbau und Weiterentwicklung von Montessori-Einrichtungen.
Es gibt etwa 1.000 frühpädagogische Montessori-Einrichtungen, Montessori-Kitas (Kinderhäuser) sowie Montessori-Schulen der Primar- und Sekundarstufe. Diese sind in staatlicher, konfessioneller oder freier Trägerschaft (meistens Elterninitiativen), u.a. abhängig von der jeweiligen Schulgesetzgebung in den Ländern. (Hier gibt es mehr Infos.)
Entsprechend organisieren sich auch die (privaten) Einrichtungen und/oder die dort angestellten PädagogInnen (bei staatlichen Einrichtungen) in Montessori-Landesverbänden.
Vorreiter war hier der Montessori Landesverband Bayern, 1985 gegründet. In seiner ursprünglichen Funktion stand er den vielen Elterninitiativen bei der Gründung eines Trägervereins, beim Kindergarten- und Schulaufbau als Netzwerk („Hilfe zur Selbsthilfe“) beratend zur Seite. Heute bietet er beispielsweise Fortbildungen an und ist zunehmend Gesprächs- und Verhandlungspartner von Kultusministerium und Landtagsparteien, stellvertretend für alle bayrischen Montessori-Einrichtungen.
In den meisten anderen Bundesländern haben sich inzwischen auch Landesverbände etabliert. Je nach der Stellung der Montessori-Einrichtungen im jeweiligen Land haben sich die Aufgaben der einzelnen Landesverbände in Richtung Vernetzung, Interessenvertretung, Fortbildung, etc. gebildet.
Montessori Dachverband Deutschland (MDD)
Gemeinsam gründeten die Montessori-Ausbildungsorganisationen und Montessori-Landesverbände 2004 den MDD, als "Verband der Verbände", um ihre Interessen auf Bundesebene zusammenzuführen:
- Bildungspolitische Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung
- Ausbildungsstandards (im erwähnten Arbeitskreis Standard-Kommission)
- Qualitätsentwicklung von Montessori-Einrichtungen (im Arbeitskreis Koordination Qualitätsentwicklung).
Die MDD-Mitgliederversammung arbeitet quasi als Exekutive, mit in etwa gleichen Stimmrechten von Ausbildungsorganisationen bzw. Landesverbänden. Diese Struktur fördert Zusammenarbeit, gegenseitige Befruchtung und Weiterentwicklung der Montessori-Praxis. Jüngstes Beispiel hierfür waren die Beschlüsse in 2006/2007 zur gemeinsamen Entwicklung von Qualitätssicherungsverfahren für Elementar-, Primar bzw. Sekundarstufe.
Hier unser aktueller Flyer.
Mitgliedschaften
Der MDD ist Mitglied in folgenden Organisationen:
© 2005 Montessori Dachverband Deutschland e.V.


