MDD-Medienspiegel + Aktuelles
Montessori-Sonderschau auf der didacta 2010
Die Bildungsmesse findet dieses Jahr in Köln statt, vom 16. bis 20. März 2010. Wir sind mit der Sonderschau „Früherziehung als Grundlage der Bildung“ vertreten. Wir danken dem Didacta Verband e.V. sehr herzlich für die großzügige Zurverfügungstellung der Standfläche.
Täglich um 10 Uhr zeigen wir den MessebesucherInnen am Stand ein „gläsernes Klassenzimmer“, in dem Kinder authentisch in die Art des selbständigen Lernens einführen.
Zusätzlich bieten wir am Stand eine Ausstellung von vielfältigen Materialien und Informationen an, um Ideen für Ihre eigene Praxis zu erzeugen und eine Diskussion über aktuelle bildungspolitische Themen anzuregen.
Richtigstellung zu „Neue Schule Hamburg" und Montessori-Pädagogik („WELT Kompakt“ 27.3.2008)
„WELT Kompakt“ veröffentlichte am 27.3.2008 einen Artikel über „Gewalt und Chaos an der von Nena mit gegründeten Privatschule in Hamburg“. Dabei legte eine Info-Box neben dem eigentlichen Artikel dar, dass diese Schule nach Montessori-Grundsätzen arbeitet.
Diese Aussage ist falsch. Weder arbeitet diese Schule nach Montessori-Grundsätzen, noch stellt sie ihre Pädagogik so dar.
Wir haben die WELT-Kompakt-Redaktion um Veröffentlichung einer Richtigstellung in Form der folgenden pädagogischen Standortbestimmung gebeten:
In Theorie und Praxis der Montessori-Pädagogik gilt der Grundsatz der Einheit von „Freiheit und Bindung“ in pädagogischer Verantwortung.
„Freiheit“ als pädagogisches Prinzip ist in diesem Entwicklungs- und Bildungsprozess eine Notwendigkeit effektiven Lernens und Erziehens. Lern- und Bildungsprozesse laufen nämlich individuell ab, und vom freiwilligen Lernen bzw. freiwilliger Sachauseinandersetzung sind bekanntermaßen die stärksten Motivationen und höchsten Lern- und Lebensleistungen zu erwarten.
Die pädagogisch individuell abgestimmte „Bindung“ (Führung, Anleitung, Pflichtvermittlung) des Kindes an lebensnotwendige Sachverhalte und soziale Verhaltensweisen (=Bildungsauftrag) ist in der Montessori-Praxis unverzichtbares Prinzip, um dem Kinde/Schüler die notwendige Lebenshilfe zu vermitteln.
So erfordern die individuelle Entwicklung und humane Erziehung einer mündigen Persönlichkeit zunächst die pädagogische Bindung an Sachlichkeit bzw. Sachgesetze z.B. der Sprache, Mathematik, Physik, usw. Doch ist auch gleichermaßen eine Bindung an ethische Werte, Normen und soziale Regeln erforderlich, damit sich im Kinde entwicklungsgemäße Bildungsprozesse vollziehen und lebensnotwendige Kompetenzen sowie humanes Verhalten entwickeln können.
Für die pädagogische Arbeit in den weltweit verbreiteten Montessori-Kindergärten („Kinderhäusern“) und Schulen werden daher Erzieher/Innen und Lehrer/Innen in Montessori-Lehrgängen auf Basis abgestimmter Standards sorgfältig vorbereitet. Ihre alltägliche Praxis ist in jeder qualifizierten Montessori-Einrichtung einsehbar.
Zwang, Gewalt oder chaotische orientierungslose „Selbstbestimmung“ sind keine Merkmale der Montessori-Pädagogik.
Ob die Neue Schule Hamburg Probleme irgendwelcher Art hat, können wir nicht beurteilen, da wir sie nicht kennen. Wir wünschen ihr jedenfalls viel Erfolg und hoffen, dass die Sachverhalte nicht wie geschildert bestehen.
Friedberger Erklärung
WISSEN, VERSTEHEN, VERANTWORTEN – Naturwissenschaftliche Bildung im ganzheitlichen Kontext der Montessori Pädagogik
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der MDD-Fachtagung am 10.11.2007 verabschiedeten folgende Erklärung (Auszug - hier der komplette Text):
"... Wir bekräftigen die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, die aktiven Kräfte des Kindes fördernden naturwissenschaftlich-technischen Bildung schon im frühen Kindesalter, gleichermaßen für Mädchen und Jungen.
Sie appellieren an die bildungspolitisch Verantwortlichen, die naturwissenschaftliche Bildung in Kindergarten und Schule nicht dem Zufall zu überlassen, sondern in der dringend erforderlichen Reform der Aus- und Fortbildung von Erziehern/innen und Lehrern/innen zum integralen Pflichtbestandteil zu erheben.
Es geht nicht primär um die ökonomisch-technische Konkurrenzfähigkeit unserer Gesellschaft, sondern um die Bewahrung der globalen Schöpfung und des humanen Überlebens auf der gemeinsamen Erde.
In dieser Verantwortung, und mit der 100jährigen Erfahrung aus der Montessori-Pädagogik, bieten wir unseren Beitrag zur pädagogischen Erneuerungsbewegung an."
Ungebrochenes Wachstum der Montessori-Einrichtungen: Montessori macht Schule
Montessori-Beispiele staatsbürgerlicher Verantwortung für die Kinder
(zur MDD-Pressemitteilung vom 5.9.2007, ergänzt nach weiteren Schulgenehmigungen in Bayern und Hessen)
Auch in diesem Jahr gab es wieder diverse Gründungen von Montessori-Schulen und -Kindergärten („Kinderhäusern“) in freier Trägerschaft.
Insgesamt 8 neue Montessori-Grundschulen wurden in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eröffnet, davon 3 in Bayern und 2 in Hessen. Alle sind aus Elterninitiativen entstanden.
Bei den neu gegründeten Schulen handelt es sich um folgende Einrichtungen:
- Montessori Schule Schönthal, Bayern
- Jura Montessori Schule in Sulzbürg, Bayern
- Montessori-Schule Deiningen, Bayern
- Montessori-Schule Hamburg-Bergedorf, Hamburg
- Montessori-Schule Idstein, Hessen
- Drachenschule Odenwald, Wald-Michelbach, Hessen
- Maria-Montessori-Schule Dorsten, Nordrhein-Westfalen
- Maria-Montessori-Schule Haßloch, Rheinland-Pfalz
Darüber hinaus drei bestehende Grundschulen in freier Trägerschaft um Montessori-Schulzweige der Sekundarstufe erweitert worden:
- Schloss Hagerhof, Bad Honnef, Nordrhein-Westfalen (Realschule)
- Freie Aktive Schule Wülfrath, Nordrhein-Westfalen (Realschule)
- ibms International Bilingual Montessori School , Frankfurt, Hessen (Integrierte Gesamtschule)
Schließlich stieg in Baden-Württemberg die staatliche Hauptschule in Nendingen komplett auf Montessori-Pädagogik um und wurde um einen Werk-Realschulzweig erweitert.
In Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein machten insgesamt 5 neue Montessori-Kinderhäuser nach den Sommerferien ihre Türen auf, davon 3 in Hessen:
- ASB Montessori-Kinderhaus, Heilbronn, Baden-Württemberg
- Montessori-Kinderhaus der RIMS, Friedrichsdorf, Hessen
- Montessori Kinderhaus Main-Kinzig-Kreis, Linsengericht, Hessen
- Campus Kinderhaus, Wiesbaden-Klarenthal, Hessen
- Montessori Kinderhaus Ratzeburg, Schleswig-Holstein
Bereits im Frühjahr 2007 war eine bestehende Kita in Rampe (Mecklemburg-Vorpommern) in ein Montessori-Kinderhaus umgewandelt worden.
„Die Gründungen in 2007 bestätigen den Trend der letzen Jahre, wo beispielsweise mindestens jede siebte Schulneugründung bundesweit die Montessori-Pädagogik verfolgte“, so der Vorsitzende des Montessori Dachverbandes Deutschland, Prof. Hans-Joachim Schmutzler. „Jede Gründung ist das Ergebnis unglaublich intensiver Vorarbeit seitens der Eltern und Lehrkräfte. Man kann diesen nur gratulieren zu ihrem staatsbürgerlichen Engagement und den neuen Einrichtungen viel Erfolg wünschen.“
100 Jahre Montessori-Kinderhaus 1907-2007 (Recht & Bildung 2/07)
Was ist und welche Zukunft hat die Montessori-Pädagogik
von Prof. Dr. habil. H.-J. Schmutzler
Aus der Einleitung:
"... Was ist Montessori-Pädagogik
Eine Kurzdarstellung ist insofern schwierig, weil es sich hier nicht um ein theoretisch-wissenschaftlich systematisch ausformuliertes und konsequent umgesetztes Konzept handelt, sondern eher um eine von Montessori lebenslang in Vorträgen, Veröffentlichungen unterschiedlicher Wissenschaftlichkeit praktizierte Selbstauslegung und um eine vielgestaltige internationale wie offene Entwicklung in Theorie und Praxis - vergleichbar mit einem Strom mit vielen Nebenflüssen. ...
... Was also Montessori-Pädagogik ist, lässt sich hier zweckgebunden nur in groben Kategorien ordnen und aspekthaft abbilden:
- das Werk Montessoris und ihre Schriften,
- die Montessori-Praxis in Kinderhäusern (-gärten) und Schulen,
- die Montessoriforschung,
- die Montessoribewegungen bzw. -organisationen,
- Fragen nach der Zukunft der Montessori-Pädagogik.
Diese Bereiche werden subjektiv gewichtet behandelt, weil der Verfasser seit Jahrzehnten hier persönlich eingebunden ist. Wenn wir hier nach den Zukunftsaspekten fragen, so erfolgt dies aus seinem sog. ‚Standort der Verantwortung’ heraus.“ ...
Hier der Link zum kompletten Artikel der IfBB-Zeitschrift Recht & Bildung als PDF-Download.
Eingliederungshilfe durch Übernahme der Kosten eines Integrationshelfers
von Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler (aus Zeitschrift "Recht & Bildung", 1/2007)
Das Bundesverwaltungsgericht hat am 28.04.2005 (5 C 20.04) die Möglichkeiten der integrativen Bildung an (Grund-)Schulen gestärkt. Das Gericht hat einen Anspruch auf Eingliederungshilfe (Übernahme der Kosten für die Unterstützung durch einen Integrationshelfer) anerkannt. Mit Hilfe des Integrationshelfers sollte einem Kind der Besuch einer die Integration praktizierenden Grundschule ermöglicht werden, einer Schule, der das schulpflichtige Kind mit einer Behinderung zugewiesen worden war. Dem Kläger, einem im Jahr 1993 geborenen Kind, dürfe nicht entgegengehalten werden, dass solche Kosten bei einer Beschulung des Kindes in einer Sonderschule nicht angefallen wären. ...
Zum kompletten Beitrag hier.
didacta 2007 - Montessori-Sonderschau
„Individualisierung und Verantwortung – individuelle Bildungswege und die freie Entfaltung der Persönlichkeit"
Die didacta 2007 fand vom 27.2. bis zum 3.3.2007 in Köln statt. Auf unserem Stand boten wir den MessebesucherInnen ein „gläsernes Klassenzimmer“ (in dem Kinder und SchülerInnen authentisch in die Art des selbständigen Lernens einführen), eine Ausstellung von vielfältigen Materialien und Informationen sowie kurze Vorträge und Gespräche an, um Ideen für ihre eigene Praxis zu erzeugen und eine Diskussion über aktuelle bildungspolitische Themen anzuregen. Hier einige Fotos vom Stand.
Berichte in den Medien zum Jubiläum am 6.1.2007
Hier eine Zusammenstellung der Medienberichte zum Jahrhundert-Jubiläum am 6.1.2007.
Beiträge zum Montessori-Jahr 2007 (8.1.2007)
Anlässlich des Montessori-Jahres haben wir 3 Beiträge von Montessori-PädagogInnen erhalten, die wir hier veröffentlichen (als PDF-Dateien zum Download):
- Zur sozialen Dynamik von Schulen in Freier Trägerschaft, die von Elterninitiativen gegründet wurden, Autor: Prof. Dr. Armin Müller, Vorsitzender des Montessori-Landesverbands Rheinland-Pfalz e.V.
- Kindererziehung als soziale Frage - Montessori-Pädagogik und Kinderrechte, Autorin: Dr. Gudula Meisterjahn-Knebel, Oberstudiendirektorin, Präsidentin Montessori Europe e.V., Vorsitzende der Aktion Weltkinderhilfe
- Montessori-Pädagogik und der „PISA-Schock“, Autor: Studiendirektor i.K. Ulrich Steenberg, Ulm
Appell zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen MDD und effe (30.12.2006)
von Rechtsanwalt und Diplom-Pädagoge Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler,
Mitglied des Vorstands des Montessori-Dachverbands Deutschland
Prof. Köpcke-Duttler erinnert einleitend daran, dass u.a. Maria Montessori eine
bedeutende Anregerin einer europäischen Bildung war.
Weiterhin sprächen die Ziele des effe deutlich dafür, Formen der Kooperation zwischen effe und dem MDD zu stärken:
- „Die Mitglieder des effe setzen sich dafür ein, dass
- die Menschenwürde jedes Kindes geschützt und die Entwicklung seiner Individualität gefördert werden,
- die Grundrechte Basis aller Erziehung und Bildung seien,
- Kinder und Jugendliche befähigt werden, eigenverantwortlich in der Gesellschaft tätig zu werden.
- Bildung und Erziehung sollen sich orientieren an den Fähigkeiten und Bedürfnissen des einzelnen Kindes, des einzelnen Jugendlichen.
- Kindern und Jugendlichen soll der gleichberechtigte Zugang zu einer Vielfalt von Bildungsangeboten - auch in freier Trägerschaft - geöffnet werden.
- Kinder und Jugendliche sollen im Dialog mit Eltern und LehrerInnen ihre Persönlichkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein frei entfalten können.
- In den Bildungssystemen Europas sollen die Wahlfreiheit der Eltern entsprechend ihren religiösen, weltanschaulichen und erzieherischen Überzeugungen gewährleistet, ethnische und kulturelle Besonderheiten geschützt und respektiert werden.
- Die Bildungseinrichtungen werden verstanden als Einübung und Voraussetzung der Demokratisierung der Gesellschaft insgesamt.
- Das bürgerschaftliche Engagement für Bildung soll in allen Ländern Europas gestärkt werden.
- Gewährleistet wird die pädagogische, organisatorische und wirtschaftliche Freiheit von Bildungseinrichtungen.
Das effe richtet sich bei der Verfolgung seiner Ziele nach der Kinderrechts-Konvention der Vereinten Nationen vom 20.11.1989. Danach sind das Recht des Kindes auf Achtung als eigenständige Persönlichkeit, sein Recht auf eigene Aktivität und Selbstbestimmung sowie der Vorrang des Kindeswohls bei allen die Kinder betreffenden "Maßnahmen" in Übereinstimmung mit der Europäischen Grundrechte-Charta ein verbindlicher Maßstab für das gesamte europäische Bildungswesen. So hat es effe in seinen Informationen für Mitglieder im Februar 2006 zusammengefasst; hier wird die Nähe zu dem Grundsatz der Kinder-Gerechtigkeit in der Montessori-Pädagogik außerordentlich deutlich.“
Abschließend verweist er auf relevante effe-Aktionen, u.a. den Versuch, „die Bildungspolitik der Europäischen Union zu beeinflussen und gegen jede Reduktion der Bildung zu sprechen. Die wirtschaftliche, die soziale und die ökologische Seiten der Bildung werden wahrgenommen. Der tendenziösen Verdrängung ökologischer Fragen durch wirtschaftliche Prämissen wird widersprochen, gleichermaßen der Reduktion von Menschen auf "human recources". Der Mensch ist eben nicht nur ein funktionierendes Rädchen in der Gesamtwirtschaft.“
Vom 17. bis zum 19. Mai 2007 findet übrigens in Budapest ein Kolloquium zu dem Thema "Bildung verbindet - Begegnungen von Kulturen" statt.
Hier der komplette Text als PDF-Download.
Schule ist unsere Sache – ein Appell an die Öffentlichkeit (14.11.2006)
Erklärung des Schulverbunds „Blick über den Zaun“ in Hofgeismar am 14.11.2006
Durch die PISA-Brille betrachtet, steht es schlecht um unser Schulwesen. Dabei wird leicht übersehen, wie viele lebendige und erfolgreiche Schulen es in Deutschland gibt. Mehr als 50 solcher „Treibhäuser der Zukunft“ (Reinhard Kahl) – unter ihnen auch die Bodenseeschule Friedrichshafen, die Helene-Lange-Schule Wiesbaden, die Jenaplan-Schule Jena, die Laborschule Bielefeld und die Max-Brauer-Schule Hamburg - haben sich auf gemeinsame Standards für eine gute Schule und deren Evaluation verpflichtet. Sie wollen damit eine gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlichen Kräfte für bessere Pädagogik anstoßen.
In ihrem Bild einer guten Schule heißt es u.a.: "Die Schule ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten. Die Pädagoginnen und Pädagogen, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern, die Kommune mit ihren Möglichkeiten und auch außerschulische Institutionen wirken zusammen, um mit dem Anspruch „Wir dürfen kein Kind verlieren“ Ernst zu machen. Sie handeln nach dem Grundsatz: Zuerst und vor allem kommt es darauf an, dass es den Kindern und Jugendlichen in der Schule an Leib und Seele gut geht."
Auf einer gemeinsamen Tagung, die von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde, haben über 100 Schulleiter/innen und Lehrer/innen aus diesen Schulen in der Evangelischen Akademie Hofgeismar einstimmig eine Erklärung verabschiedet, die in folgenden Appell mündet:
- Wir wollen eine Schule, in der junge Menschen zu lebenszuversichtlichen, verantwortlichen, politikfähigen Bürgerinnen und Bürgern unseres demokratischen Gemeinwesens heranwachsen. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn alle Jugendlichen in unserer Gesellschaft eine Chance auf Arbeit und Anerkennung haben.
- Wir wollen eine Schule, in der die - nach wie vor riesige - Ungleichheit der Bildungschancen so weit wie möglich abgebaut wird. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn das Umfeld nicht zu stark belastet ist.
- Wir wollen eine Schule, in der Kinder lernen, mit Unterschieden zu leben, und in der sie so angenommen werden, wie sie sind, ohne beschämt oder für ihr Anderssein „bestraft“ zu werden. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn sie verpflichtet ist, mit sehr unterschiedlich zusammengesetzten Klassen produktiv umzugehen.
- Wir wollen eine Schule, in der Kinder und Jugendliche alle wichtigen Bildungserfahrungen machen, alle Fähigkeiten und Begabungen entwickeln können. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn Bildung nicht allein auf kognitive Erträge reduziert wird.
- Wir wollen eine Schule, in der Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr Lernen hilfreich begleitet, ihr Arbeit wertgeschätzt, ihre Leistung gesehen und gewürdigt wird. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn die Rahmenbedingungen solche Individualisierung ermöglichen.
- Wir wollen eine Schule, die an sich selbst hohe Anforderungen stellt, sich an den eigenen Maßstäben orientiert und an ihnen ihre Arbeit selbstkritisch prüft. Auch die beste Schule kann das nur leisten, wenn Schulqualität sich an Formen und Vorgaben der Evaluation bemisst, die dem hier entworfenen Bild von Schule entsprechen.
- Wir wollen eine Schule, in der die Möglichkeiten eines guten Zusammenlebens von Erwachsenen und Heranwachsenden institutionell gesichert sind. Auch die beste Schule kann dies nur leisten, wenn sie über die entsprechenden Ressourcen verfügt.
Wir appellieren an alle Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, an alle in der Jugend- und Sozialarbeit Tätigen, an alle Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen:
Prüfen Sie unsere Maßstäbe für eine gute Schule. Wenn Sie mit ihnen übereinstimmen, fordern Sie sie ein. Helfen Sie mit, für die Ihnen und uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen eine Schule zu ermöglichen und zu gestalten, die diesen Maßstäben entspricht
Den vollständigen Text der Hofgeismarer Erklärung sowie weitere Informationen über die Standards einer guten Schule unter www.blickueberdenzaun.de
Montessori Europe Jahrestagung 13.-15. Oktober 2006
In Wien fand vom 13. bis 15.10.2006 der diesjährige Kongress von Montessori Europe mit fast 400 Teilnehmen statt. Höhepunkte waren, über die Arbeitsgruppen und die Gelegenheit zum „Networking“ hinaus, die drei Schwerpunktreferate:
- “Wie wir leben werden – Lernen und Arbeiten in der kommenden Wissensgesellschaft” (Matthias Horx, Deutschland)
- "Montessori-Pädagogik: Sauerteig für die Schule" (Dr. Johannes Riedl, Österreich)
- “Sowing the Seeds of Democracy in Early Childhood” (Sighle Fitzgerald, Irland)
Der nächste Jahreskongress findet vom 26. bis 28. Oktober 2007 in Amsterdam statt.
Kinder demokratisch bilden (derStandard.at vom 15.10.2006)
Individuelles Lernen und Entscheidungsfreiheit stehen dieses Wochenende im Mittelpunkt des 7.Montessori Europe Congress in Wien
'Selbstbestimmtes Lernen und mehr Rechte für Kinder sind die Anliegen von Gudula Meisterjahn-Knebel, der Vorsitzenden von Montessori Europe. Mit ihrer Organisation will sie vom 13. bis 15. Oktober im Hotel Marriott Wien zeigen, dass Montessori die nötige Demokratie schaffen kann: "Democracy in Education – Finding a Way with Montessori".
"Die Montessori-Lehre basiert auf zwei Prinzipien: dem Prinzip der Individualisierung und der Altersentsprechung", erklärt Meisterjahn-Knebel im Vorfeld des dreitägigen Kongresses. Jeder Mensch lerne einzigartig, der konventionelle Schulunterricht gehe aber darauf nicht ein, kritisiert sie die Regelschule. Von der PISA-Studie fühlt sich die Schulleiterin eines Montessori-Gymnasiums deshalb bestärkt: "Die zeigt, dass auf SchülerInnen einzeln eingegangen werden muss, um den optimalen Lerneffekt zu erzielen. ...'
Zum Artikel: derstandard.at
Lob der Kinderarbeit (ZEIT online 6.10.2006)
"In den Montessori-Kindergärten dürfen die Kinder so schnell oder so langsam lernen, wie sie wollen. Und die Erwachsenen müssen sich zusammenreißen. ... Im Montessori-Kinderhaus wird nicht nur gespielt – es wird vor allem gearbeitet. Und ihre Arbeit erledigen die Kinder selbstständig." Zum Artikel:
www.zeit.de/online/2006/28/kindergarten-konzepte-montessori
Weitere Beiträge zur Science-Studie vom 29.9.2006
Die Studie der US-Zeitschrift Science (s.u.) wurde in der deutschsprachigen Presse positiv aufgenommen (Links sind evtl. nur zeitlich beschränkt aufrufbar):
Pädagogische Prägung - Fragen an Angeline Lillard, Psychologin an der University of Virginia in Charlottesville, USA
Die Zeit online - 6.10.2006
"Sie haben in einer Studie Montessori-Schüler mit Schülern traditioneller Schulen verglichen. ... Die Montessori-Schüler schnitten dabei deutlich besser ab. ..."
"Zumindest ebenbürtig, oft besser"
sueddeutsche.de - 2.10.2006
Eine Studie bescheinigt Montessori-Schulen und Kindergärten gute Arbeit.
Phantasievoller und sozialer
Telepolis - 29. Sept. 2006
Eltern, die ihre Kinder auf eine Montessori-Schule schicken glauben, dass sie dort individueller betreut und in ihren Fähigkeiten intensiver gefördert werden ...
Montessori-Pädagogik ist spitze
Die Welt - 29. Sept. 2006
Lernen in altersgemischten Klassen, selbstständige Arbeitsphasen, solche Elemente der Montessori-Pädagogik sind keine Kuschelpädagogik für verwöhnte Kinder ...
Studie gibt Montessori-Schulen gute Noten
derStandard.at - 29. Sept. 2006
Washington/New York - US-Psychologen haben den Erfolg der Montessori-Pädagogik wissenschaftlich untersucht und ihr ein gutes Zeugnis ausgestellt. ...
THE EARLY YEARS: Evaluating Montessori Education (Science, 29.9.2006)
von Angeline Lillard und Nicole Else-Quest
In der neuesten Ausgabe von Science (der volle Text ist kostenpflichtig) wird eine Analyse beschreiben von akademischen und sozialen Bewertungen von Schülern, im Vergleich zwischen einer Montessori-Schule und anderen Bildungsprogrammen der Elementar- und Primarstufe.
An der untersuchten Montessori-Schule in Milwaukee erfolgt die Aufnahme von Schülern per Losverfahren. So konnten wissenschaftlich relevante Vergleiche der Leistungen aufgenommener und nicht aufgenommer Schülern erfolgen.
Hier ein Zitat (Science Bd. 313, S. 1893 f.): „... Nutzen der Montessori-Pädagogik: In mehreren Dimensionen hatten Kinder an einer staatlichen, im Innenstadtbereich gelegenen Montessori-Schule bessere Ergebnisse im Vergleich zu einer Auswahl von Montessori-Schulbewerbern, die wegen eines Losverfahrens andere Schulen besuchten. Am Ende der Kindergartenzeit zeigten Montessori-Kinder bessere Ergebnisse in standardisierten Tests in Lesen und Mathematik, konstruktivere Interaktionen mit Anderen auf dem Spielplatz sowie fortgeschrittenere soziale Wahrnehmung und Selbstbeherrschung. Sie zeigten auch ein höheres Bestreben nach Fairness und Gerechtigkeit. Am Ende der Grundschule schrieben Montessori-Kinder kreativere Aufsätze mit komplexeren Satzstrukturen, hatten positivere Lösungsansätze in sozialen Dilemmas und berichteten von einem stärkeren Gemeinschaftssinn an ihrer Schule.
... Die Montessori-Pädagogik hat eine fundamental andere Struktur gegenüber traditioneller Pädagogik. Zumindest wenn stringent implementiert, fördert die Montessori-Pädagogik soziale und akademische Kompetenzen, die gleich oder höher anzusetzen sind gegenüber einer Gruppe anderer Schultypen.“
Der Artikel geht ausführlich ein auf die statistischen Randbedingungen der Analyse und möglichen Fehlerquellen, die in diesem Fall weitgehend vermieden werden konnten.
Schule beispielhaft? Gute Noten für Montessori-Pädagogik (spektrumdirekt, 30.9.2006)
„Angesichts unbefriedigenden Abschneidens deutscher Schüler rufen Bildungspolitiker gern nach neuen Konzepten. Vielleicht sollten sie sich eher mit einem hundert Jahre alten Ansatz genauer beschäftigen?“
„... Wer bei "hundert Jahre" an verstaubte, veraltete Methoden denkt, der irrt jedoch. Kaum ein anderer reformpädagogischer Ansatz war zu Zeiten seiner Entstehung so revolutionär und ist bis heute dermaßen aktuell: Das wissbegierige Kind steht im Mittelpunkt, und der Erwachsene soll es nur hilfreich begleitend zum Erkenntnisgewinn führen. Die Klassen sind aus mehreren Alterstufen zusammengesetzt. Die Kontrolle über die Fortschritte bieten die Materialien selbst. Eigenregie und eigener Rhythmus sollen optimalen Lernerfolg bieten. Eigentlich kein Wunder, dass die Methode bei vielen angehenden und erfahrenen Pädagogen sehr beliebt ist. Und auch bei Eltern: Montessori-Schulen können sich über Nachwuchsmangel kaum beklagen - und das trotz Schulgeld an privaten Einrichtungen.
Doch funktioniert das Konzept auch wirklich? Schließlich wird es in der Hälfte der Zeit den Kindern selbst überlassen, was und wie viel sie lernen. Montessori-Pädagogen sind davon überzeugt, dass natürliche Neugier die Schüler antreibt. Und wenn diese eine Pause brauchen, in der sie "nur" spielen, ist auch das richtig und wichtig. Hauptsache, der Nachwuchs lernt in seinem ganz persönlichen Tempo - ohne Noten und Prüfungen, also ohne Leistungsdruck, abgesehen von gelegentlichen Tests, mit denen sie auf den "Alltag" von Regelschulen vorbereitet werden.“
Der Beitrag fasst als Antwort dann die in Science Vol. 313, S. 1893 f. vorgestellte Studie „THE EARLY YEARS: Evaluating Montessori Education“ (s.o.) zusammen und setzt die Ergebnisse in Bezug zur deutschen Bildungslandschaft.
Stellungnahme zu aktuellen Themen der Schulpolitik
Vielfalt des Schulwesens – Staatliche Leistungsstandards – Änderung von Schulgesetzen – Schulfinanzierung
Von Prof. Dr. A. Köpcke-Duttler, Vorstandsmitglied des Montessori Dachverbands Deutschland e.V.
Auszug: „… Der Montessori-Dachverband Deutschland macht darauf aufmerksam, dass Art. 7 Abs. 4 des Grundgesetzes ein Grundrecht beinhaltet: das Grundrecht auf Gründung von Schulen in freier Trägerschaft. Dieses Grundrecht muss in Verbindung gesehen werden mit dem Recht des Kindes auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit und Bildung (Art. 2 GG), mit dem Elternrecht und dem Wahlrecht der Erziehungsberechtigten (Art. 6 GG), mit der Religions- und der Berufsfreiheit (Art. 4 und 12 GG).
Schulen in freier Trägerschaft erfüllen neben den staatlichen Schulen öffentliche Bildungsaufgaben, auch wenn sie sich selbst Privatschulen zuweilen nennen. Zudem ist das Verfassungsprinzip der Vielfalt des Schul- und Bildungswesens gegründet – so das Bundesverfassungsgericht - in der Wahrung der Würde des Kindes (BVerfG 88, 40 ff.). Freie Schulen folgen keinem elitären Privatinteresse einzelner Schüler und Eltern, sondern nehmen öffentliche Bildungsaufgaben wahr (Niehues, Schulrecht, 3. Aufl. München 2000, S. 109). …“
Hier die komplette Stellungnahme als PDF-Download.
Wertevermittlung in Montessori-Kindergärten (Interview in Der Spiegel 17/2006)
Frau Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erwähnt in ihrem Interview mit Der Spiegel (17/2006 S. 31 ff.) unter anderem Montessori-Kindergärten. Dies geschieht im Kontext von Alternativen zu Kindergärten mit christlicher Wertevermittlung:
„… Wer keine christliche Wertevermittlung will, braucht sein Kind ja nicht in eine christlich gebundene Kita zu bringen; der kann sagen, dann nehme ich mir eine muslimische Kita oder einen Montessori-Kindergarten.“
Prof. Dr. Hans-Joachim Schmutzler, Vorsitzender des Montessori Dachverbands Deutschland e.V., hat Frau von der Leyen anlässlich dieser Aussage am 30.5.2006 geschrieben. Hier ein Auszug:
„Die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori hat ein Bildungs- und Erziehungskonzept entwickelt, das auf christlichen Fundamenten beruht. Gleichzeitig ist es wissenschaftlich so fundiert und weltoffen, dass viele – auch nicht-christliche – Eltern in aller Welt ihre Kinder Montessori-Kindergärten und -Schulen anvertrauen.
Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik sind insbesondere die Achtung der Würde des Kindes sowie eine Erziehung in und für Freiheit, zu Demokratie und zu Selbst- und Weltverantwortung.
… Erfreuliche Tatsache ist, dass in Deutschland eine große Zahl von Kindergärten der evangelischen oder katholischen Kirche ebenso wie Kindergärten in freier oder kommunaler Trägerschaft nach der Pädagogik Maria Montessoris arbeitet. Es ist deshalb nicht angebracht zu sagen, “wer keine christliche Wertvermittlung will“ kann seine Kinder in einen Montessori-Kindergarten geben.
Im Übrigen nehmen unsere Kinderhäuser Kinder jeglicher Konfession, Religion und Kultur auf, tragen also zu einer Werteerziehung auf der Basis unseres Grundgesetzes bei, die für die deutsche Gesellschaft sicher nicht von Nachteil ist."
Nachtrag vom 23.7.2006: Das Ministerium hat am 21.7.2006 wie folgt geantwortet: "... Ihnen versichern, dass Frau Ministerin selbstverständlich bewusst ist, welchen Hintergrund Montessori-Einrichtungen haben und dass viele von Montessori-Pädagogik geprägte Einrichtungen in Trägerschaft insbesondere der katholischen Kirche sind. Was sie gemeint hat, waren Montessori-Einrichtungen, dis sich außerhalb kirchlicher Trägerschaft befinden und deshalb von manchen nicht-christlichen Eltern eher akzeptiert werden."
Lernen, nicht unterrichtet werden (FAZ 8.2.2006)
Die Pädagogik von Maria Montessori in der Sekundarstufe
von Dr. Jörg Boysen und Rüdiger Biedermann
Montessori-Pädagogik findet nicht mehr nur in vielen - vorwiegend privaten - Grundschulen ihren Platz. Vielmehr wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr Schulen im Sekundarstufenbereich gegründet, die sich auf die von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1871-1952) begründete Reformpädagogik stützen: Inzwischen arbeiten etwa 100 staatlichen und privaten Schulen der Sekundarstufe in Deutschland nach diesen Grundsätzen.
Die pädagogische Arbeit in der Sekundarstufe fußt auf den gleichen Grundlagen des Lernens, auf der die Montessori-Pädagogik in der Primarstufe basiert. Hierzu gehören die notwendige Selbständigkeit des Lernens durch Eigenmotivation sowie die Gelegenheit zur Konzentration auf ein Thema. Hinzu kommt die freie Wahl der Arbeit, die unter anderem der Förderung der Entscheidungsfähigkeit dient. Schließlich orientiert sich das Lernen an den Interessen des Schülers je nach dessen Entwicklungsphase.
...
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Raus aus den Schubladen (Die Zeit, 15.12.2005)
Von Elsbeth Stern
Kinder sind unterschiedlich begabt. Das ist kein Grund, sie auf verschiedene Schulformen zu verteilen
„Verfechter des gegliederten Schulsystems argumentieren gern damit, dass es »begabungsgerecht« sei, also die Kinder ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend fördere. Die Hauptschule für den praktisch-handwerklich Begabten, das Gymnasium für den theoretisch-wissenschaftlich Begabten und die Realschule für einen Begabungstyp, der irgendwo dazwischen liegt.
An diese Aufteilung haben sich viele so sehr gewöhnt, dass sie sie als naturgegeben betrachten. Nun ist die Gewohnheit eine starke Macht, doch eine wissenschaftliche Begründung für die Gliederung des Schulsystems entlang der unterschiedlichen Begabungen der Schüler gibt es nicht. Jeden Schüler entsprechend seinen Lernvoraussetzungen optimal zu fördern ist leicht als Ideal der Schule zu postulieren. Weil diese Voraussetzungen aber von Kind zu Kind unterschiedlich sind, ist die Annäherung an dieses Ideal gleichzeitig die schwierigste Aufgabe. ..."
Link zum kompletten Artikel hier.
Montessori Europe Jahrestagung 14.-16. Oktober 2005
In Göteborg fand vom 14. bis 16.10.2005 der diesjährige Kongress von Montessori Europe mit über 300 Teilnehmen statt. Als eines der Arbeitsergebnisse wurde die "Declaration of Gothenburg" verabschiedet. Dort enthalten sind Kriterien für Montessori-Schulen und Montessori-Ausbildungen, die bis 2008 endgültig verabschiedet sein sollen. Hier die Erklärung als PDF-Download und die deutsche Übersetzung.
Der nächste Jahreskongress findet vom 13. bis 15.10.2006 in Wien statt.
Zusätzlich findet vom 14. bis 18. Mai 2006 ein wissenschaftlicher Kongress von Montessori Europe an der Staatlichen Universität Belgorod in Russland statt.
Kindeswohl im staatlichen Zugriff - Neue Bildungsstandards und die Montessori-Pädagogik (19.07.2005)
Stellungnahme des Dachverbandes - Zusammenfassung
1) Einleitende Abschnitte:
- Bildungsstandards für die 0-6-jährigen und 0-10-jährigen Kinder
- Neue Leistungs- und Verhaltensstandards – Welche Anthropologie des Kindes steckt dahinter?
- Elternrechte und Selbstbestimmung des Kindes ohne Belang?
- Stellen Nützlichkeit und effiziente Verwertbarkeit die neue Bildungsidee dar?
- Sind Kinder, ist die frühe Kindheit ein Wirtschaftsfaktor?
2) Lassen sich diese Prozesse mit Montessoris Gedanken und Handeln vereinbaren?
... Nicht die alleinige ‚Zurichtung’ des Kindes auf akute ökonomische, vermeintlich unabänderliche Notwendigkeiten, nicht die Zurichtung für eine unmittelbare Verwendbarkeit stehen im Mittelpunkt der Pädagogik, sondern grundlegend die freie, offene Entfaltung und Bildung der Persönlichkeit.
Das Kind in seiner persönlichen Freiheit, Würde und Selbstbestimmung mit Anderen, die offene Persönlichkeitsentwicklung geben der Bildung das Maß und die Orientierung; von dort aus werden - um einer menschlichen Zukunft willen - politische und ökonomische Prozesse erst in ihrem Wert und Sinn bestimmt.
Die konkreten Forderungen daraus sind: Bereitstellung und Sicherung moderner hochqualitative Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder und eine pädagogische Neuqualifizierung des pädagogischen Personals in Kindergärten und Schulen. Hierzu hat Montessori eine zukunftsweisende Vorarbeit geleistet. ...
Hier der komplette Text.
Finanzielle Förderung von freien Kindergärten (16.6.2005)
Das Bundesverwaltungsgericht hat am 25. November 2004 (BVerwG 5 C 66.03) eine für alle Kindergärten (Kinderhäuser) mit überörtlichem Einzugsbereich wichtige Entscheidung gefällt (PDF-Download), damit auch das Wunsch- und Wahlrecht der Erziehungsberechtigten und ihrer Kinder gestärkt, zudem das Prinzip der Träger- und Angebotsvielfalt. Der beklagte Landkreis, Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe, wurde verpflichtet, den Betriebskostenzuschuss zu gewähren (siehe § 74 SGB VIII = Kinder- und Jugendhilfegesetz). Dem Gesichtspunkt der Ortsnähe komme kein überwiegendes Gewicht zu – gerade nicht bei Kindergärten mit besonderer „pädagogischer Ausrichtung“ (das Urteil betrifft einen Waldorfkindergarten). Die pädagogische Konzeption führe dazu, dass auch die Gemeindegrenzen übergreifenden Kindergartenplätze finanziell gefördert werden müssten. Es sei nicht gerechtfertigt, gegen das im Gesetz vorgesehene Wunsch- und Wahlrecht (§ 5 SGB VIII) sowie die Trägervielfalt (§ 3 SGB VIII) auf das Fehlen finanzieller Mittel zu verweisen.
Dieses Urteil ist von großer Bedeutung auch in den Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg und Bayern), die eine gemeindliche Bedarfsplanung im Kindergartenwesen eingeführt haben bzw. gesetzlich festlegen wollen.
Rechtsanwalt und Diplom-Pädagoge
Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler
2 Montessori-Schulen als Preisträger des Wetttbewerbs "Kinder zum Olymp" (10.6.2005)
„Kinder zum Olymp“ heißt die aktuelle Jugendinitiative der Kulturstiftung der Länder. In ganz Deutschland erproben Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Schulen Kunst und Kultur im professionellen Rahmen. Das Besondere an diesen Education Projects ist die Zusammenarbeit der Schüler mit Berufskünstlern aus verschiedenen Bereichen.
Im diesjährigen Wettbewerb gehören zwei Montessori-Schulen zu den 32 Preisträgern, die aus fast 800 eingesandten Beiträgen ausgewählt wurden:
- "Monti-Dichter-Projekt. Analog und Digital!" Kinder erfinden Geschichten, Beitrag der Montessori-Grundschule Greifswald
- „Klasse(n)raum“ – ein multimediales Tanz- und Bewegungsprojekt, Beitrag der Montessori-Schule Hofheim
Die Preisverleihung war am 10.6.2005. Wir gratulieren!
Fortschritt, Tradition, Sackgasse? (Deutschlandfunk, 10.06.2005, 19.15 Uhr, Hintergrund Kultur)
Hier zum Nachhören ein Link zur Sendung über das dreigliedrige Schulsystem, mit vielen Beispielen vom Montessori-Lyzeum in Den Haag, wie es anders geht.
„KINDER KRIEGEN mehr...!" (20.4.2005)
Wir freuen uns, dass das Bundesfamilienministerium für ihre neue Informationskampagne „KINDER KRIEGEN mehr...!" zum Ausbau der Kinderbetreuung als Hauptmotiv Kinder beim Arbeiten mit Montessori-Material ausgewählt hat!
(Nicht veröffentlichter) Leserbrief zu "Wie weinen Krokodile?" (Der Spiegel 11.4.2005)
Der Montessori Dachverband Deutschland begrüßt die Offenlegung der Missstände und Kritik an den Kitas und anderen Vorschuleinrichtungen. Allerdings sollten hierzu auch die für die Kita-Qualität und Bildungsmissstände verantwortlichen Politiker/Innen Stellung nehmen. Nicht hinnehmbar sind jedoch Verallgemeinerungen wie von Prof. Tietze über die Qualität der Kitas. Hier sollte der wissenschaftliche Blick schon differenzierter, die Aussage konkreter und möglichst konstruktiver sein. So hat die international praktizierte Montessori-Pädagogik schon für die Kinderhäuser(-gärten) eine Jahrzehnte erfolgreich praktizierte ganzheitliche Bildungskonzeption, in der u.a. naturwissenschaftlich-ökologische Bildung, sensomotorische, mathematische, schriftsprachliche, kreative, soziale Grundkompetenzen systematisch gefördert werden. Dazu sagen muss man, dass hier engagierte Pädagogen/innen mit einer (zumeist selbst finanzierten) Zusatzqualifikation in Montessori-Pädagogik arbeiten. Sie realisieren damit bereits jetzt jene Forderungen, wie sie nach der PISA-Studie, den angeblich modernen Bildungsplänen und der modernen Früherziehung zukünftig erfüllt werden sollen.
Prof. Dr. H.-J. Schmutzler
Vorsitzender, Montessori Dachverband Deutschland e.V.
Der Artikel: „Seit der Pisa-Studie ist klar: Schon von klein an gilt es, Kindern Wissen zu vermitteln. Inzwischen haben die meisten Bundesländer Bildungspläne für Kindergärten erstellt - doch überall fehlen Mittel, die hehren Ziele umzusetzen. Unterstützt von privaten Initiativen, helfen viele Kitas sich selbst. … ‚Nur drei von zehn Tageseinrichtungen sind gut bis sehr gut’, urteilt der Frühpädagoge Wolfgang Tietze von der FU Berlin. ‚Zwei Drittel sind Mittelmaß und zwei bis drei Prozent gehören sofort geschlossen.’ …“ (im Spiegel-Archiv, kostenpflichtig)
Bundesweite Grundschulkampagne der Stiftung Lesen präsentiert didaktische Materialien für Grundschullehrer (Januar 2005 - seit 13.4.2005 auf der Homepage)
Allen 17.000 Grundschulen in Deutschland wird angeboten, das didaktische Begleitmaterial und ein Exemplar des jeweiligen medizini-Posters der Apothekenzeitschrift medizini kostenlos anzufordern, um es als lebendigen Lese- und Lernstoff in ihrer Klasse zu nutzen.
Zu vier Ausgaben des Postermagazins (ab April 2004) hat die Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit der medizini-Redaktion je zwölf Seiten „Ideen für den Unterricht“ für Grundschullehrkräfte entwickelt. Die medizini-Ausgaben beschäftigen sich mit der „Eroberung der Luft“, präsentieren „Das Sonnensystem“, führen in das Thema „Alphabet“ ein und nehmen eine ganz besondere Freundschaft unter die Lupe: „Hund und Mensch“
Ab Februar können Lehrerinnen und sich per Fax bei der Stiftung Lesen melden (01805 / 288900) und eine Mappe mit je vier Postern und Unterrichtsbroschüren reservieren. Auch eine Online-Bestellung ist möglich: http://www.StiftungLesen.de/medizini
Pressemitteilung: http://www.stiftunglesen.de/journal/presse/pre180.html
20 nominierte Praxisbeispiele im Wettbewerb „Zeigt her eure Schule“ - davon 2 Montessori-Schulen (11.4.2005)
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung suchte in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung spannende Projekte aus bestehenden Ganztagsschulen, die zeigen, wie Schulen die Reform voran bringen. Über 200 Schulen haben sich beworben, 20 beste Praxisbeispiele wurden nominiert. (http://www.ganztaegig-lernen.de/(j102js45q5lyfi454igu0z55)/service/wettbewerb_1.aspx)
Hierunter sind 2 Montessori-Schulen:
Montessori Gesamtschule Potsdam: Warum jahrgangsgemischte Klassen neue Lernformen wie von selbst hervorbringen und für entspannte Lernatmosphäre sorgen. Und wieso es ein Erfolg ist, wenn Erstklässler sich für Drittklässler halten … (www.ganztaegig-lernen.de/(fs5iyd45p5ewj5yxqxdtf3yf)/praxis/praxis_showhtml.aspx)
Private Montessori-Volksschule Wertingen: Wenn Schüler freiwillig Buchhaltung lernen, muss eine eigene Firma dahinter stecken. In diesem Fall sogar eine äußerst erfolgreiche. Bei kids@work stieg der Aktienwert in vier Jahren in einem Maß, von dem andere Firmen nur träumen können … (http://www.ganztaegig-lernen.de/(fs5iyd45p5ewj5yxqxdtf3yf)/praxis/praxis_showhtml.aspx?ID=97)
Die Montessori Gesamtschule Potsdam ist unter den ersten 10 Nominierungen. Die genauen Platzierungen werden am 20. April bei der Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben.
Wir gratulieren!
Pädagogische Klassiker: Maria Montessori (DeutschlandRadio 18.3.2005)
„Mit dieser Sendung beginnt Forum Pisa eine Reihe, die in loser Folge Grundsätze renommierte Pädagogen in der praktischen Anwendung vorstellt. Maria Montessori, 1870 geboren, war die erste Italienerin, die Ingenieurwesen, Mathematik und Medizin studierte - und die erste, die promovierte, in Medizin. Als Assistentin an einer psychiatrischen Klinik befasste sie sich mit behinderten Kindern und begann die Grundlagen zu ihrem späteren Hauptwerk "Il metodo" zu entwickeln. Es stützt sich auf drei Eckpfeiler: Auf einen von Montessori selbst entwickelten Satz von Bau- und einfachen Spielelementen, die Kinder zum selbstständigen Forschen animieren sollen. Zweitens auf "Stillezeiten" und gemeinsame Mahlzeiten zur Förderung sozialen Lernens. Drittens auf die eher beobachtende Distanz der Erzieher, die eine Störung des Lernens durch den Einfluss der Erwachsenen verhindern soll.“ (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forumpisa/344458/)
Individuelle Förderung und Montessori-Pädagogik (DeutschlandRadio 25.1.2005)
„Individuelle Förderung - das ist das Schlagwort schlechthin in der neuen Bildungsdiskussion. Gemeint ist damit, dass jedes Kind entsprechend seiner Fähigkeiten lernen soll und dass der Lehrer seine Schüler dort fordert, wo sie besonders gut sind, und dort fördert, wo sie besondere Unterstützung brauchen. Hehre Ziele, an denen viele Lehrer im Alltag verzweifeln. Angesichts dessen bekommt die Montessori-Pädagogik in den letzten Jahren neuen Aufwind und hat zunehmend Erfolg.“ (http://www.dradio.de/dlr/sendungen/bildungszeit/342338/)
2. Kita-Preis „Dreikäsehoch“ der Bertelsmann-Stiftung - „Von der Kita in die Grundschule“ 4.4.2005
Gesucht werden Kooperationskonzepte von Kindertagesstätten und Grundschulen, die den Übergang für die Kinder so gestalten, dass sie an dieser Herausforderung wachsen können. Mitmachen am Wettbewerb können Kindertagesstätten und Grundschulen, die sich gemeinsam bis zum 17. Juni 2005 bewerben (www.kinder-frueher-foerdern.de). (Die Stiftung bestätigte auf Nachfrage, dass auch Kooperationen innerhalb des selben Trägers von Interesse sind.)
Patenschaften für die Erstklässler: Waldorf, Montessori und Co. - alternative Schulpädagogik stellt das Kind als Individuum ins Zentrum
Aus "Die Welt", 2.4.2005
"… Mit ihrer speziellen Ausbildung sind Montessori-Pädagogen ein wesentliches Element für den Erfolg dieser Schulform. "Sie sind der aktive Vermittler zwischen dem Kind und dem Stoff, aber ohne zu gängeln", erläutert Professor Hans-Joachim Schmutzler, Vorstandsvorsitzender des deutschen Montessori Dachverbands. Im Zentrum der Montessori-Pädagogik steht die Lernfreiheit. Das Kind entscheidet selbst über sein Lerntempo, die Wahl des Lernpartners und den Stoff. …" (Link zum kompletten Text)
BvG-Urteil: Wirtschaftliche Hilfe der Länder an Privatschulen nur für „Landeskinder“ 3.3.2005
„Es ist mit dem Grundgesetz grundsätzlich vereinbar, bei der Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe, welche die Länder privaten Ersatzschulen gewähren, nur die Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen, die ihre Wohnung oder Hauptwohnung im Sitzland der Ersatzschule haben.“ Beschlusstext: http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/frames/ls20041123_1bvl000699.
Siehe auch BvG Pressemitteilung Nr. 22/2005 vom 3. März 2005 www.bundesverfassungsgericht.de/bverfg_cgi/pressemitteilungen/bvg05-022.
„Das deshalb angerufene Bundesverfassungsgericht betont demgegenüber, dass nur die Privatschule als Institution gewährleistet sei, nicht die Einzelschule. Demnach hätten alle bremischen Privatschulen gemeinsam nachweisen müssen, dass sie auf eine nennenswerte Zahl von Schülern aus Niedersachsen angewiesen sind.“ (VdP Pressemitteilung Nr. 18/05 www.privatschulen.de/html/aktuelles/presse/pressemitteilungen/2005/PM2005_18.html)
"Lernen durch Entdecken"
In der März/April 2005 Ausgabe von "Focus-Schule" ist ein ausführlicher, sehr positiver Artikel über Montessori-Pädagogik, inkl. Besuchen an den Montessori-Schulen in Starnberg und Bonn.
"Selbstbestimmt lernen - bei Montessori steht die individuelle Leistungsfähigkeit im Vordergrund"
von Dr. Gudula Meisterjahn-Knebel, FAZ 16.2.2005 (Beilage Privatschulen und Internate)
„…Wir haben in Deutschland ein sehr besonderes Verständnis von schulischer Leistung, sie wird meist gleichgesetzt mit Selektion.
…Der Widerspruch zur Montessori-Pädagogik ist offenkundig, in ihr hat der Lernrhythmus des Lernenden Vorrang, überhaupt geht es um Lernen, der Lernende bestimmt selbst den Weg, er ist verantwortlich Handelnder im Lernprozess. Er muss unabhängig vom Lehrer werden in einem kritischen Auseinandersetzungsprozess mit den Lerninhalten, damit sie für ihn Bedeutung bekommen. Dieses aktive Umgehen des Kindes und Jugendlichen mit Welt bezeichnet Montessori als Arbeit und sieht in dieser eine entscheidende Leistung des Kindes, weil es sich um Aufbau- und Entwicklungsarbeit handelt.
…Die Frage ist in der Tat, warum ist unser Bildungssystem so resistent gegenüber einer kind- bzw. schülerorientierten Pädagogik.“
Dieser Artikel ist leider im FAZ-Archiv nicht erhältlich. Hier finden Sie jedoch mit ähnlichem Inhalt ein früheres, ausführlicheres Manuskript „Montessori-Pädagogik und Persönlichkeitsbildung - Chancen bewährter reformpädagogischer Ansätze in der gegenwärtigen Bildungsdiskussion“.
"Schulen, die anders sind"
Die Landesfachgruppe Grundschule der GEW besuchte die Clara-Grunwald-Schule in Freiburg. (Aus bildung&wissenschaft Januar 2005)
"Was dort umgesetzt und vorgelebt wird, müsste eigentlich für jede Schule möglich sein." [mehr]
Was kostet ein Schüler in Deutschland wirklich? (Pressemitteilung der Software AG - Stiftung, Darmstadt, Nov. 2004)
Die tatsächlichen Kosten für die schulische Erziehung eines Schülers liegen zum Teil weit über den Angaben, die von den Kommunen und Landesregierungen veröffentlicht werden. Dies ist das Ergebnis der von der Software AG-Stiftung beim Steinbeis-Transferzentrum in Heidenheim in Auftrag gegebenen Schülerkostengutachten in den Ländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. (www.software-ag-stiftung.de unter Aktuelles)
„Mit den Kindern im Leben leben“
Kindererziehung: Ein integrativer Montessori-Kindergarten in Freiburg stellt sich beim Besuch von Wolfgang Windus, Gewerkschaftssekretär Südbaden, vor. (Aus bildung&wissenschaft Oktober 2004) [mehr]
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