Ein Kind malt die Weltkarte auf einen großen Luftballon

5 Jahre Montessori Bundesverband Deutschland e.V. – Ein Rückblick auf Meilensteine

5 Jahre Montessori Bundesverband Deutschland e.V. – Ein Meilenstein für die Montessori-Bewegung

Am 1. April 2021 nahm der Montessori Bundesverband Deutschland e.V. seine Geschäfte auf – heute feiern wir seinen 5. Jahrestag. Ein Anlass, um innezuhalten, zurückzublicken und gemeinsam in die Zukunft zu schauen.

Von der Idee zur Struktur

Was heute als professionell aufgestellter Bundesverband besteht, hat tiefe Wurzeln. Schon 2003 begannen Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Montessori-Szene, gemeinsam an einer tragfähigen Bundesstruktur zu arbeiten. Aus einem Krisentreffen entstand zunächst der Montessori Dachverband Deutschland e.V. (MDD). Doch schnell wurde klar: Um die Montessori-Pädagogik in Deutschland nachhaltig zu stärken, brauchte es mehr als eine Dachorganisation. Es brauchte eine professionelle Struktur mit direkter Einbindung der Basis.

2014 stellte sich daher ein neues Vorstandsteam mit einem klaren Mandat zur Wahl: geeignete Strukturen auf Bundesebene zu schaffen, die den Zusammenhalt der deutschen Montessori-Bewegung stärken, den Qualitätsanspruch in Ausbildung und Praxis fördern, dem gesellschaftlichen Beitrag der Montessori-Pädagogik gerecht werden – und die dauerhaft aufrechtzuerhalten sind, ohne allein vom hohen ehrenamtlichen Einsatz einzelner Personen abzuhängen.

Daraus entstand das Projekt MONTESSORI 2020: ein mehrjähriger, intensiver Prozess, an dem Einrichtungsverbände, Landesverbände, Ausbildungsorganisationen und Personenvereinigungen gemeinsam beteiligt waren. In Workshops über mehr als zwei Jahre hinweg wurden Aufgabenschwerpunkte und Zuständigkeiten erarbeitet, stets mit dem Ziel, alle Akteure der deutschen Montessori-Szene an einen Tisch zu bringen. 2018 führte dieser Prozess zum entscheidenden Grundsatzbeschluss, den Verband unter direkter Beteiligung der Montessori-Einrichtungen professionell aufzustellen. Mit dem Gründungsbeschluss 2020 und der Aufnahme der Geschäfte am 1. April 2021 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen.

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Ein Qualitätsrahmen für ganz Deutschland

Herzstück des Bundesverbands ist der Montessori-Qualitätsrahmen, der als weltweit nahezu einzigartiges Instrument sowohl die Montessori-Praxis als auch die Montessori-Ausbildung einschließlich der Dozentenqualifikation abbildet. Er ist kein starres Regelwerk, sondern ein lebendiger Rahmen, der Entwicklung ermöglicht und gleichzeitig sicherstellt, was Montessori-Pädagogik ausmacht. Bewusst wurden die Qualitätskriterien für Bildungseinrichtungen als „Entwicklungsziele" formuliert, für Ausbildungskurse hingegen als verbindliche Anforderungen an deren Durchführung.

Schulen und Kitas können sich seither direkt am Bundesverband beteiligen, seine Leistungen in Anspruch nehmen und sich auf Grundlage des Qualitätsrahmens anerkennen lassen. Dass die AMI (Association Montessori Internationale) diesen Qualitätsrahmen zum wesentlichen Element der Affiliierung erklärt hat – erstmals 2018 und seitdem zweimal erneuert – ist eine besondere internationale Auszeichnung und Bestätigung unserer Arbeit.

Vom Ehrenamt zur hauptamtlichen Struktur

Eine zentrale Leistung der vergangenen Jahre war der Aufbau einer nachhaltigen, professionalisierten Verbandsstruktur. Der Bundesverband wird heute von einem zweiköpfigen hauptamtlichen Vorstand geführt, begleitet von einem Aufsichtsrat und unterstützt durch eine Geschäftsstelle in Berlin. Diese Struktur stellt sicher, dass der Verband auch unter veränderten Rahmenbedingungen zum Wohl der Einrichtungen, Ausbildungsorganisationen und letztlich der Kinder und Jugendlichen in Montessori-Einrichtungen deutschlandweit handlungsfähig und resilient bleibt.

Dabei war von Anfang an klar: Die neue Struktur sollte nicht die Eigenständigkeit der Landesverbände und Ausbildungsorganisationen einschränken, sondern sie stärken. Der Bundesverband übernimmt Aufgaben, die gemeinsam sinnvoller zu bewältigen sind – wie das Einrichtungsverzeichnis, das Stellenportal oder die bundesweite Öffentlichkeitsarbeit –, damit sich die ehrenamtlichen Strukturen vor Ort auf das konzentrieren können, was sie am besten können: die regionale Arbeit an der Basis.

Alle an einem Tisch

Besonders bedeutsam ist, dass der Bundesverband es gelungen ist, alle relevanten Akteure der deutschen Montessori-Szene zu vereinen. Eine demokratische Mitgliederstruktur mit ausgewogenen Stimmrechten sichert die gleichberechtigte Teilhabe von Einrichtungsträgern, Einrichtungsverbänden, Ausbildungsorganisationen und Personenvereinigungen. Die Stimmen der Einrichtungsträger werden dabei durch ihre jeweiligen Einrichtungsverbände ausgeübt – für eine regionale Abstimmung und eine handhabbare Willensbildung in der Mitgliederversammlung.

Der Blick nach vorn

Fünf Jahre nach der Gründung stehen spannende Aufgaben an: die Weiterentwicklung der Pädagogik im Zeitalter der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz, die weitere Stärkung regionaler Verbandsstrukturen und die Erhöhung der gesellschaftlichen Sichtbarkeit der Montessori-Pädagogik. Die Frage, wie Montessori-Pädagogik auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse – etwa aus den Neurowissenschaften – reagiert und wie sie ihren Freiraum gegenüber zunehmender staatlicher Standardisierung behauptet, wird die Bewegung weiter beschäftigen.

Wir sind überzeugt: Das Fundament, das in den vergangenen Jahren gemeinsam gelegt wurde, trägt. Wir danken allen, die diesen Weg mitgegangen sind – als Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Mitglieder und Weggefährt:innen.

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